10. November 2021

Wie es klingt sich in den Schrank zu setzen und zu schreien…?

Räume in Zeiten von Corona

Unser tägliches Leben spielt sich in Räumen ab. Jeder Raum hat eine Wirkung auf uns. „Zweifelsfrei gibt es beim Menschen eine ästhetische Empfänglichkeit gegenüber seiner Umwelt, vor allem gegenüber der Architektur, die ständig auf unsere Nerven einwirkt (…) außerdem ist sie eng mit den sozialen Problemen der Menschen verbunden“ sagte schon die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky. Wo fühle ich mich wohl? Wo nicht? Wie wirken Räume auf uns u. warum? Das wochenlange zu-Hause-sein während der Lockdown-Phase 2020 u.21 hat uns unsere privaten Räume näher gebracht. Gemeinsam mit der Architekturvermittlerin und Künstlerin Leonie Spitzer, die auch im Margarete Schütte-Lihotzky Ausstellungsraum in Wien arbeitet, reflektierten die Schülerinnen und Schüler der 5a (SJ 2020/21) ihre Erfahrungen von Räumen in der Pandemiezeit. Die Eigenart von privaten, öffentlichen, digitalen, geografischen Räumen oder Rechtsräumen wurde deutlich und der Einfluss, den diese auf unsere Handlungs- Spiel- und Lebensräume haben. Mittels verschiedener Übungen wurde die Raumwahrnehmung angeregt und die Jugendlichen erhielten einen neuen Blick auf IHRE Schule und IHREN Klassenraum, z.B. wie es klingt sich in den Klassenschrank zu setzen und im engen Raum zu schreien. Oder wie schön ein Blick aus dem Klassenzimmerfenster raus in Richtung Himmel und Bäume sein kann. Die Klasse war im Schichtbetrieb geteilt und vermisste die jeweils andere Gruppe. Daher gab es die Idee kleine Nachrichten im gemeinsamen Klassenraum zu verteilen, die die jeweils andere Gruppe ein paar Tage später suchen konnte. So wurde der Klassenzusammenhalt und die Kommunikation der beiden Gruppen im Schichtbetrieb gestärkt.
Zunächst sammelten die Schüler/innen der 5a der BG Mödling Bachgasse Begriffe zum Thema Raum- Lebensraum, Klangraum, Weltraum etc. Mittels ihres eigenen Körpers untersuchten sie dann die sie umgebenden Räume, legten sich in Ecken, Schränke, Kisten, füllten Türrahmen inspiriert von den Künstler*innen Valie Export o. Willie Dorner. Sie beschäftigten sie sich mit dem Thema Dimension/Maßstab/Distanzen u.Relationenen – dem HOMO FIGURATIS. Es entstanden Fotos mit Alu- und Plastilinfiguren in inszenierten Räumen, die dann als Fotocomics mit Text erweitert wurden. Zum Thema Klangraum wurden Sounds gesammelt, die Enge und Weite ausdrücken. Mit ihren Videoclips, die sie mit einer Videoschnitt-App mit dem Handy zu bearbeiten lernten, entstand das Video, das nun hier zu sehen ist:

Das Projekt fand mit der BE-Lehrerin Claudia Kragulj im Hybridunterricht statt d.h. die Hälfte der Klasse saß zu Hause am Computer, die andere Hälfte in der Klasse, die Kulturvermittlerin war online via TEAMS ebenfalls von zu Hause dazugeschaltet.