20. Dezember 2017

Lehrausgang zum Weingut Geiszler

Das Weingut Geiszler

Am Donnerstag den 30. November 2017 besuchte die 4a das Weingut Geiszler in Wiener Neudorf, um mehr über die Herstellung von Wein, Frizzante und Sekt zu erfahren.

Unsere Gruppe hatte den Auftrag, eine Reportage über das Weingut Geißler in Wiener Neudorf zu erstellen. Wir interviewten Herrn Robert Geiszler:

Frage 1: Wie lange gibt es dieses Weingut schon?

Das Weingut Geißler ist ein Familienbetrieb und den gibt es seit mindestens fünf Generationen. Es ist das älteste Weingut in ganz Wiener Neudorf.

Frage 2: Wie viele Personen sind in diesem Betrieb beschäftigt?

Geleitet wird der Betrieb von meinem Sohn Stefan und mir. Meistens hilft aber auch noch ein Arbeiter mit. Wenn dann ausgesteckt ist helfen schon einmal rund 7 Personen mit. Dazu gehören weitere Familienmitglieder.

Frage 3: Wie groß ist die Anbaufläche?

Die Anbaufläche ist ca. 10 Hektar groß.

Frage 4: Wo sind die Anbauflächen?

Ein sehr geringer Teil befindet sich hinter dem Haus hier in Wiener Neudorf, größere Flächen in Mödling, Gumpoldskirchen bis Pfaffstätten. Es werden nur eigene Trauben für den Wein verwendet und die werden alle von der Hand verlesen.

Frage 5: Wie viel Rotwein/ Weißwein wird in einem Jahr ungefähr produziert?

Mit Rotwein und Weißwein kommen pro Jahr ca. 25.000 Liter zusammen.

Frage 6: Welche Weinsorten werden hauptsächlich produziert?

Ca. 20% Rotwein (Zweigelt, Blaufränkischer …) und ca. 80% Weißwein (Neuburger, Grüner Veltliner, Weißburgunder …) Wir experimentieren auch viel mit Cuveweinen , sowohl bei den Weiß - aber auch bei den Rotweinen und einen „Wiener Neudorfer Gemischten Satz“ gibt’s auch.

Frage 7: Wie oft im Jahr darf ausgesteckt werden?

100 bis 110 Tage pro Jahr, das hängt aber vom Heurigen ab. Wir haben eine Restaurantbetriebsgenehmigung – Für Heurigen mit nur Buschenschank-Betrieb gelten andere Regeln.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Geiszler!

Sophie Buxbaum, Larissa Fitzinger


Lehrausgang zum Weinbau Geiszler


Herstellung von Wein

Herstellung von (Weiß) Weinen:

Bei der Herstellung von Weine wird zuerst die Traube händisch oder mit der Maschine gepflückt. Nach diesem Vorgang wird sie gerebelt, das bedeutet, dass nur die Traube ohne Stängel verarbeitet wird. Dann wird die Traube kurz gequetscht, somit kann der Saft austreten und kommt sofort durch einen Schlauch in die Presse. Diese sorgt dafür, dass noch mehr Saft aus der Traube gequetscht wird und es somit wenig Verluste gibt. Im nächsten Schritt lässt man den Wein gären, wo Alkohol und Kohlensäure entsteht. Schlussendlich lässt man den Wein lagern und reifen.

Unterschiede verschiedener Weinarten:

WeißweinWeißwein wird in fast allen Fällen aus hellen Trauben erzeugt.

Roséwein: Roséwein wird aus dunkeln Trauben gewonnen. Im Gegensatz um Rotwein werden aber beim Rosé Most und Schalen nach wenigen Stunden getrennt, damit nur ein kleiner Teil der Schalenfarbstoffe vom Most aufgenommen wird und der Wein später eine zarte Färbung bekommt.

Rotwein Für Rotwein werden ausschließlich rote Trauben verwendet. Dabei stammt die Farbe des Weines nicht aus dem Fruchtfleisch der Weinbeeren, sondern aus deren Schalen. Die Maische liegt länger und es lösen sich mehr Farbstoffe aus den Schalen.

Frizzante: Es wird die Kohlensäure künstlich bei der Abfüllung beigegeben.

Perlwein (= eine Art Sekt): Bei diesem Sekt wird noch einmal Zucker und Hefe in der Weinflasche zugesetzt, dann wird die Flasche mit einem Kronenkorken verschlossen und in der Flasche fängt es dann noch einmal an zu gären an, danach wird es auf einen Rütteltisch gestellt, damit die durch die Gärung entstehende Druckdepot sich in den Flaschenhals sammelt und erst dann wird der berühmte Sektkorken draufgesetzt.

Was ist eine Cuvé?

Eine Cuvé ist ein Verschnitt aus fertigen Weinen.

Was ist ein gemischter Satz?

(= gemischtes Aussetzen)

Man nennt einen Wein gemischter Satz, wenn man an einem Tag von mindestens 3 verschiedenen Weintraubensorten Trauben erntet, die im selben Weingarten wachsen und man sie ab diesem Zeitpunkt gemeinsam verarbeitet. Dabei spielt es keine Rolle wie reif die Weintrauben sind.

Wo findet der Reifungsprozess statt?

Der Reifungsprozess findet in Stahltanks oder Fässern im Weinkeller statt.

Welche Lagerungsmöglichkeiten von Weine werden verwendet?

  • Edelstahltanks, da kein Luftaustauschvorhanden ist
  • Holzfässer, falls Luftaustausch erwünscht ist
  • Neben Holzfässern verwendete man früher Kunststofftanks und danach Polyestertanks oder Zisternen (=betonierte Behälter die innen Glasfliesen hatten)

Lara Jagschitz, Sonja Danzinger, Ines Zeilinger


Arbeiten im Weingarten über das Jahr verteilt

Im Herbst und Winter müssen die Reben händisch geschnitten werden, so dass nur noch ein Ast überbleibt. Im Frühjahr werden die frischen Triebe zwischen die Drähte gesteckt, damit die Blätter und Trauben viel Sonne abbekommen. Und das ist wichtig damit bei Regen die Blätter und Trauben schnell trocknen und nicht verfaulen.

Weiters wird im Frühling auch der Boden gelockert um zwischen den Weinreben Grünflächen anzubauen. Grünflächen können aber auch ganzjährig angebaut werden. Die Bepflanzung mit Leguminosen bewirkt eine Düngung und der Boden trocknet im Sommer auch nicht so leicht aus.

Im Frühsommer werden meistens zwei von drei Trauben von einer Weinrebe runtergeschnitten damit die überbleibenden süßer und größer werden.

Im Frühherbst bzw. Herbst werden die Trauben abgeschnitten und zur Presse gebracht.

Welche Geräte sind für die Arbeiten notwendig?

Die meisten Arbeiten werden mit der Hand verrichtet bzw. mit Geräten die mit der Hand bedienbar sind. Zum Beispiel Gartenscheren. Daneben sind es Traktoren, die zur Auflockerung des Bodens und als Transportmittel verwendet werden.

Wie wird der Boden bearbeitet/gedüngt?

Er wird mit dem Grubber aufgelockert. Zwischen den Weinreben werden verschiedene Pflanzen wie z.B. Klee angebaut damit sie den Boden mit Luftstickstoff anreichern. Weiters werden auch die überschüssigen Trauben auf den Boden geschmissen und diese werden dann zu natürlichen Düngemittel.

Was wird mit den Reben gemacht?

Die Reben werden nur vor Pilzkrankheiten geschützt in dem sie mit einem Spritzmittel im Frühjahr behandelt werden. Die Traubenwickler (eine Schmetterlingsart), welche die ganzen Reben befallen, werden mit Sexuallockstoffen bekämpft. Diese Insekten gehen als Raupe auf die Augen (Knospen), und auf die Blüte und die Falter gehen auf die Früchte.

Wie und wann erfolgt die Ernte der Trauben?

Die Ernte ist im Frühherbst/Herbst. Die Trauben werden mit der Hand gepflückt, vorsortiert und in große Kisten gefüllt.

Auer Marlies, Kravagna Maria, Reder Dorit

 

Beiträge zusammengestellt von Herfried Weiss